Wie lässt sich Kundennutzen konsequent in der Unternehmenspraxis verankern – und was bedeutet das für Produktion, Logistik und Strategie? Dieser Frage gingen die Studierenden des Studienschwerpunkts Supply Chain Processes & Innovationder Hochschule München am 21. November 2025 im Rahmen einer ganztägigen Exkursion zur RATIONAL AGin Landsberg am Lech nach.
Einblick in ein Unternehmen mit gelebter Lean-DNA
Mit einem Weltmarktanteil von über 50 % bei Combi-Dämpfern und einer bemerkenswerten Eigenkapitalquote von 77 % steht die RATIONAL AG nicht nur für wirtschaftlichen Erfolg, sondern für eine einzigartige strategische Ausrichtung: „Profit = das Ergebnis, nicht das Ziel.“ Dieses Leitmotiv zieht sich durch alle Prozesse und Entscheidungen des Unternehmens und basiert auf der Engpass-konzentrierten Strategie (EKS).
Im Zentrum: der Kundennutzen als zentraler Steuerungsfaktor. Daraus ergibt sich ein organisches Wachstum durch maximale Relevanz und Bindung – sichtbar etwa am Net Promoter Score (NPS) von über 60, der deutlich über dem Branchenschnitt liegt.
Lean, One-Piece-Flow und Pull live in Aktion
Die Produktion bei RATIONAL wurde in den 1990er-Jahren grundlegend neu ausgerichtet. Heute ist sie vollständig Pull-gesteuert, organisiert über ein Kanban-System, das es erlaubt, flexibel auf Nachfrageschwankungen von bis zu 30 % zu reagieren – bei minimaler Kapitalbindung durch nahezu vollständigen Verzicht auf Lagerbestände.
Besonderes Highlight: Die 1-Piece-Flow-Montage. Jede*r Mitarbeitende montiert ein komplettes Gerät in etwa einer Stunde – und signiert es am Ende persönlich. Diese eigenverantwortliche Fertigung ist Ausdruck einer Unternehmenskultur, die auf das Prinzip „Unternehmer im Unternehmen“ (UiU) setzt: Eigenverantwortung, Qualität und Identifikation mit dem Produkt stehen im Mittelpunkt.
Strukturierte Werksführung und erlebte Praxis
Die Werksführung wurde in zwei Gruppen organisiert, um einen intensiven Austausch zu ermöglichen. Sie folgte dem realen Materialfluss durch die Produktion – von der Anlieferung über die Montage bis zum Versand der fertigen Geräte. Dabei erhielten die Studierenden detaillierte Einblicke in alle relevanten Prozessschritte und konnten viele der im Studium behandelten Konzepte live erleben – darunter Lean Management, Kanban-Systeme und schlanke Produktionsmethoden.
Ein herzliches Dankeschön gilt Christian GruberundTheresa Schmid von RATIONAL, die mit großem Engagement durch die Abläufe führten und sich viel Zeit für die Fragen der Studierenden nahmen.
Den gelungenen Abschluss bildete ein gemeinsames Mittagessen in der RATIONAL-Kantine – mit der Möglichkeit, die thermischen Profikochsysteme direkt im Einsatz zu erleben und zu testen.
Organisation durch Andrea Walbert und Prof. Krischke
Initiiert und begleitet wurde die Exkursion von Andrea Walbert, unserer Geschäftsführerin, die als Lehrbeauftragte der Hochschule München praxisnahe Impulse in die Lehre einbringt. Gemeinsam mit Prof. André Krischke, dem Leiter des Studienschwerpunkts, wurde ein Format geschaffen, das Theorie und Praxis auf inspirierende Weise verbindet.
Fazit: Ein Vorzeigebeispiel für integrierte Supply Chains
RATIONAL demonstriert eindrucksvoll, wie konsequente Kundenorientierung, schlanke Prozesse und strategische Klarheit in einem ganzheitlichen System zusammenwirken können. Die Exkursion ermöglichte den Studierenden einen seltenen Einblick in die Praxis operativer Exzellenz – und lieferte wertvolle Impulse für die zukünftige berufliche Entwicklung.

